Mitten im Nachmittagsprogramm des Maibaumfestes wurde an die „Geburt des Roten Kreuzes“ erinnert: Der Fackellauf des Deutschen Roten Kreuzes, der auf seiner Hessen-Route aus Ziegenhain kommend unterwegs ist, machte mit einer kleinen brennenden Fackel Halt in Alsfeld.
Auf der Bühne begrüßte Stephan Paule, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Alsfeld, gemeinsam mit Geschäftsführer Thorsten Ellrich und Kreisbereitschaftsleiter Henning Schmehl eine Abordnung des DRK-Kreisverbandes Schwalm-Eder. Mit dabei war Kreisbereitschaftsführerin Martina Wiedemeier, die die Fackel nach Alsfeld brachte. Die Fackel werde im Rahmen eines Fackelzuges – italienisch „Fiaccolata“ – bis nach Solferino in Italien getragen, erklärte Wiedemeier.
Eine der deutschen Routen begann bereits im Februar in Sachsen. Am 24. Juni soll die Fackel Solferino erreichen. Dort treffen die Fackelläufe aus der ganzen Welt zusammen, um an die Geburtsstunde des Roten Kreuzes zu erinnern.
Erstmals führte der Fackellauf dabei auch durch den Vogelsbergkreis. Der Aufenthalt in Alsfeld war nur ein kurzer Zwischenstopp, denn die DRK-Fackel hat noch einen langen Weg vor sich. Am Jahrestag der Schlacht von Solferino treffen Fackeln aus aller Welt in Italien ein. Sie sollen erinnern und zugleich ein „Licht der Hoffnung und Menschlichkeit“ symbolisieren.
In diesem Jahr ist die Fackel bereits zum sechsten Mal auf ihrer Reise durch Deutschland unterwegs. Seit Februar wandert sie von Bundesland zu Bundesland sowie von Kreisverband zu Kreisverband.
In Hessen wird die Fackel vom Jugendrotkreuz getragen. Sie steht für die sieben Grundsätze des Roten Kreuzes und verbindet Menschen über Generationen hinweg.
Auf dem Marktplatz in Alsfeld übernahmen Mitglieder des Jugendrotkreuzes des Kreisverbandes Lauterbach gemeinsam mit Kreisleiterin Sabrina Fischer die Fackel und ihre Botschaft. Der Weg führte durch die Obere und Untere Fulder Gasse bis zum Storchennest, bevor die Fackel anschließend mit dem Auto nach Lauterbach weitergebracht wurde. Dort wurde sie am Sonntag vom DRK-Kreisverband Schlüchtern-Gelnhausen übernommen.
Was ist der Fackellauf nach Solferino?
Der Fackellauf nach Solferino erinnert an die Anfänge der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Ausgangspunkt ist die Schlacht von Solferino am 24. Juni 1859, bei der der Schweizer Henry Dunant mit dem Leid tausender Verwundeter konfrontiert wurde. Gemeinsam mit der Bevölkerung der nahegelegenen Stadt Castiglione delle Stiviere organisierte er Hilfe für die Verletzten – unabhängig von ihrer Herkunft oder Zugehörigkeit. Dieses Ereignis gilt als Geburtsstunde des Roten Kreuzes.
Seit 1992 veranstaltet das Italian Red Cross jährlich die sogenannte „Fiaccolata“, einen Fackelzug von Solferino nach Castiglione delle Stiviere. Tausende Menschen aus aller Welt nehmen daran teil und erinnern gemeinsam an die Idee der Menschlichkeit und Hilfe in Notlagen.
Auch das Deutsches Rotes Kreuz beteiligt sich mit einem symbolischen Fackellauf. Dabei wird das „Licht der Hoffnung und Menschlichkeit“ wie bei einem Staffellauf von Rotkreuzgliederung zu Rotkreuzgliederung weitergegeben, bis die Fackel am 24. Juni Solferino erreicht.
