Zu den Gästen der Feierstunde zählten neben Familienangehörigen und Wegbegleitern auch zahlreiche Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, darunter Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Alsfeld, sowie der Präsident des DRK-Landesverbandes Hessen, Norbert Södler.
In seiner Laudatio würdigte Landrat Dr. Jens Mischak die herausragenden Verdienste der beiden Geehrten. Trotz unterschiedlicher beruflicher Wege hätten beide nachhaltige Strukturen geschaffen, die bis heute Bestand haben – organisatorisch wie medizinisch. Ihr Engagement stehe exemplarisch für Verantwortungsbewusstsein, Menschlichkeit und einen uneigennützigen Einsatz für das Gemeinwohl.
Als Mitglied des Vorstandes übernahm Lipphardt Anfang der 1980er-Jahre Verantwortung in einer wirtschaftlich schwierigen Phase des DRK-Kreisverbandes Alsfeld. Mit Weitsicht und Führungsstärke gelang es ihm, den Verband innerhalb kurzer Zeit zu stabilisieren und Arbeitsplätze im Rettungsdienst zu sichern.
In den folgenden Jahren setzte er wichtige Impulse für den Ausbau der Strukturen: Die Einrichtung zentraler Organisationseinheiten sowie der Bau von Seniorenwohnanlagen tragen bis heute seine Handschrift und haben die Region nachhaltig geprägt.
Dr. Ruckelshausen steht für die medizinische Qualität im Rettungsdienst des Vogelsbergkreises. Über viele Jahrzehnte hinweg engagierte er sich insbesondere in der Aus- und Fortbildung und trug so dazu bei, dass tausende Helferinnen und Helfer qualifiziert wurden.
Sein Wirken legte die Grundlage für eine dauerhaft hohe Einsatzbereitschaft und eine verlässliche medizinische Versorgung im ländlichen Raum.
Die Verleihung des Bundesverdienstordens würdigt zwei Lebensleistungen, die weit über das individuelle Engagement hinausreichen. Sie zeigen eindrucksvoll, wie wichtig langfristiger ehrenamtlicher Einsatz für stabile Strukturen und eine funktionierende Daseinsvorsorge im ländlichen Raum ist.
Laudatio auf Dr. Robert Ruckelshausen
Dr. Robert Ruckelshausen, geboren am 20. März 1953, hat sich über mehr als fünf Jahrzehnte in herausragender Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht. Seit seinem Eintritt in das Deutsches Rotes Kreuz im Jahr 1969 ist sein Lebensweg untrennbar mit den Grundwerten des humanitären Handelns verbunden.
Als Bereitschaftsarzt der DRK-Bereitschaft Kirtorf und seit dem Jahr 1984 als Kreisverbandsarzt des DRK-Kreisverband Alsfeld hat Dr. Ruckelshausen über Jahrzehnte hinweg die medizinische Qualität, die Ausbildung und die Einsatzbereitschaft entscheidend geprägt. Sein besonderes Augenmerk galt dabei stets der qualifizierten Aus- und Fortbildung im Sanitäts- und Rettungsdienst. Tausende Helferinnen und Helfer hat er mit außergewöhnlicher Fachkompetenz, großem Engagement und bemerkenswerter Praxisnähe ausgebildet – viele von ihnen sind bis heute im Gesundheits- und Pflegewesen tätig.
Von herausragender Bedeutung ist sein Wirken im Rettungsdienst. Dr. Ruckelshausen hat maßgeblich zum Aufbau eines leistungsfähigen Notarztsystems im Vogelsbergkreis beigetragen. Über viele Jahre hinweg war er selbst als Notarzt im Einsatz und trägt seit rund zwei Jahrzehnten als Leitender Notarzt besondere Verantwortung. In seiner Funktion als Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes sowie in verantwortungsvollen Aufsichtsratspositionen stellte er seine hohe fachliche Kompetenz und sein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein stets in den Dienst der Patientinnen und Patienten.
Auch im Katastrophenschutz und bei besonderen Einsatzlagen stellte sich Dr. Ruckelshausen uneigennützig in den Dienst der Allgemeinheit – sei es bei Großveranstaltungen, im Rahmen der historischen Übersiedlerbewegungen des Jahres 1989 oder bei internationalen Hilfsprojekten. Darüber hinaus wirkte er prägend an wichtigen Infrastrukturmaßnahmen des Deutschen Roten Kreuzes mit, insbesondere beim Aufbau moderner Leitstellen sowie bei der Realisierung von Seniorenresidenzen.
Neben seinem außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagement hat Dr. Ruckelshausen als Hausarzt über Jahrzehnte hinweg die medizinische Versorgung in Kirtorf und der Region nachhaltig geprägt. Sein Einsatz im Palliativteam Alsfeld sowie sein langjähriges kirchliches Engagement zeugen von einer tief verwurzelten menschlichen Haltung, die stets den Dienst am Mitmenschen in den Mittelpunkt stellt.
Dr. Robert Ruckelshausen vereint fachliche Exzellenz mit gelebter Nächstenliebe, Verantwortungsbewusstsein und außergewöhnlicher Einsatzbereitschaft. Sein Lebenswerk steht beispielhaft für selbstlosen Dienst an der Gesellschaft.
Die Verleihung des Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ist daher nicht nur eine verdiente Auszeichnung – sie ist zugleich Ausdruck tief empfundener Anerkennung und großen Dankes für ein außergewöhnliches Lebenswerk.
Laudatio auf Herrn Hans-Ulrich Lipphardt
Herr Hans-Ulrich Lipphardt, geboren am 22. März 1944, hat sich über Jahrzehnte hinweg in herausragender Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht. Sein Lebenswerk ist geprägt von außergewöhnlichem Verantwortungsbewusstsein, nachhaltigem Engagement und einer tiefen Verbundenheit mit seiner Heimatregion und den Menschen, die dort leben.
Seit seinem Eintritt in das Deutsches Rotes Kreuz im Jahr 1965 ist Herr Lipphardt dem DRK-Ortsverein Altenburg eng verbunden. In besonderer Weise hat er jedoch den DRK-Kreisverband Alsfeld geprägt. In einer existenzbedrohenden finanziellen Krise Anfang der 1980er-Jahre übernahm er Verantwortung im Vorstand und führte den Kreisverband mit Weitsicht, Verhandlungsgeschick und persönlichem Einsatz innerhalb kurzer Zeit zurück zu wirtschaftlicher Stabilität – und dies ohne den Verlust eines einzigen Arbeitsplatzes im Rettungsdienst.
Mit seiner Wahl zum Kreisvorsitzenden im Jahr 1987 setzte Herr Lipphardt nachhaltige Impulse für die strukturelle, personelle und wirtschaftliche Weiterentwicklung des Verbandes. Unter seiner Führung entstanden zukunftsweisende Einrichtungen wie eine Zentrale Leitstelle sowie mehrere Seniorenwohnanlagen, die bis heute einen unverzichtbaren Beitrag zur sozialen Infrastruktur leisten. Auch während der Übersiedlerbewegungen des Jahres 1989 bewies er in seiner Doppelfunktion als Landrat des Vogelsbergkreis und DRK-Kreisvorsitzender außergewöhnliche organisatorische Stärke und menschliche Kompetenz.
Ein besonderes Anliegen war ihm stets ein leistungsfähiger Rettungsdienst. Als Aufsichtsratsvorsitzender der DRK-Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienst trug Herr Lipphardt entscheidend dazu bei, den Rettungsdienst im Vogelsbergkreis zu einem der führenden in Hessen zu entwickeln – getragen von hoher Professionalität, verlässlicher Qualität und einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen.
Über sein Engagement im Deutschen Roten Kreuz hinaus hat Herr Lipphardt in zahlreichen verantwortungsvollen Funktionen in Politik, Wirtschaft und Ehrenamt gewirkt. Als Bürgermeister der Stadt Alsfeld, als Landrat des Vogelsbergkreises sowie als Vorstandsvorsitzender der OVAG hat er die Entwicklung der Region maßgeblich gestaltet. Sein Handeln war dabei stets von Gemeinsinn, Integrität und dem festen Willen getragen, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen.
Für seine vielfältigen Verdienste ist Herr Hans-Ulrich Lipphardt bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Mit der Verleihung des Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erfährt sein außergewöhnliches Lebenswerk nun eine ebenso verdiente wie würdige Anerkennung.





