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Literweise Hilfe

Blutspenden ist für viele Menschen Alltag. Aber gleich 150 Mal? Das hat der Gemündener Hubert Lein gemacht. Wir haben mit ihm über seine Motivation und eine besondere Ehrung in Wiesbaden gesprochen. Kreisbereitschaftsleiter Ulf Immo Bovensmann lobt die Bereitschaft von Hubert Lein, regelmäßig Blut zu spenden. "Ich kenne Hubert Lein schon einige Zeit persönlich", so Ulf Immo Bovensmann, der ein Arbeitskollege von ihm ist "wir können froh sein, das unsere Gesellschaft solche Menschen hat, die bereit sind, sich einzubringen – ohne zu fragen, wem sie helfen!"

Hubert Lein (62). Der Ehringshäuser ist kein Unbekannter, er pfeift als »Schiri« immer noch etliche Spiele, etwa im Jugendbereich.

Waren Sie überrascht, als die Einladung nach Wiesbaden kam?

Hubert Lein: Ja schon, ich hatte nicht damit gerechnet. Auf der Einladung stand, dass alle Hessen eingeladen sind, die über 125. Blutspenden haben. Das waren dann über 100 Leute auf Schloss Biebrich, meistens Männer, nur sechs Frauen waren darunter. Ich bin mit meiner Frau hingefahren, es war ein ganz schöner Tag mit Sektempfang, Reden und gutem Essen. Wir wurden mit einem Doppeldeckerbus abgeholt, der die Leute eingesammelt und nach Wiesbaden gebracht hat. Neben Ministerpräsident Volker Bouffier und Wolfgang Rüstig vom Blutspendedienst war auch der hessische DRK-Präsident Norbert Södler bei der Ehrung dabei, der ja aus Gemünden kommt. Weil der Kreisverband Alsfeld ganz vorn im Alphabet steht, waren wir ruckzuck dran.

Wie kam es dazu?

Lein: Also mein blutmäßiger Lebenslauf, wenn ich das mal so nenne, begann 1975, als ich beim BGS in Alsfeld war und dort zum ersten Mal gespendet habe. Als Uniformierter fühlte ich mich gefordert, auch weil man in der damaligen Zeit des Kalten Kriegs noch mit vielem rechnen musste. 1983 bin ich zur Bundesbank nach Frankfurt gewechselt. Außerdem bin ich seit 40 Jahren beim DRK Mitglied und weiß um die Notwendigkeit von Blutspenden.

Erinnern Sie sich an die erste Spende?

Lein: Ja, das Blutabnehmen war damals noch ein bisschen unangenehm, muss ich zugeben. Heute läuft das total gut ab. Erst ein Pieks in den Finger, dann die Blutspende.

Was hat sich noch geändert?

Lein: Also der Formularkram hat sehr stark zugenommen. Heute muss man vor der Spende erst einen Fragebogen mit drei Seiten ausfüllen. Meistens gibt es neue Fragen, wenn ein neuer Bundesgesundheitsminister sein Amt angetreten hat. Der oder die hat dann viele Ideen.

Warum machen Sie das sechs Mal im Jahr?

Lein: Ich schätze auch den Nebeneffekt für die Gesundheit. Man wird ja informiert, falls mal etwas mit den Werten nicht in Ordnung sein sollte. Aber ich möchte auch anderen Menschen helfen. In Wiesbaden war ein junger Mann, der eine Rede gehalten hat. Bei einer OP war etwas schiefgegangen, da brauchte er dringend Blut. Seitdem ist er auch Spender. Nach einem Autounfall können pro Verletztem schon mal drei bis vier Konserven nötig sein. Deshalb mache ich weiter, so lange es geht. Die 180. Spende könnte ich noch schaffen...Dieses Helfen könen ist ein gutes Gefühl. Ich habe mich auch bei der Kartei der Deutschen Knochenmarkspender-Kartei angemeldet, aber es kam noch keine Anfrage.

Seit einiger Zeit werden nicht mehr so wie früher in vielen Ortschaften Spendentermine angeboten. Auch in Gemünden nicht mehr. Dort war die Zahl der Spender zurückgegangen und der Blutspendedienst führte den hohen Aufwand ins Feld.

Lein: Ich werde immer per E-Mail eingeladen, wo was stattfindet. Dann fahre ich nach Groß-Felda, Stumpertenrod, Atzenhain, Nieder-Ohmen oder auch mal nach Alsfeld oder Kirtorf. Wenn es nicht zu weit weg ist, dann nehme ich es wahr. Zudem kann ich an meinem Arbeitsplatz bei der Bundesbank spenden. Dort habe ich im November auch meine 150. Spende abgegeben. Demnächst steht wieder ein Termin in Atzenhain an. Das wäre dann meine 152. Spende.

Das kostet auch einiges an Zeit, oder?

Lein: So zwei Stunden gehen schon drauf, aber das ist nicht schlimm.

Durften sie auch schon mal nicht spenden?

Lein: Einmal bin ich abgelehnt worden, weil der Eisengehalt im Blut zu niedrig war. Das betrifft sonst meistens Frauen. Umgekippt bin ich übrigens nie, vielleicht ist es auch ganz gut, dass man sowieso schon liegt (lacht).

Haben Sie selbst schon mal eine Spende gebraucht?

Lein: Nein, bis jetzt war ich recht gesund und hoffe, das bleibt so.

Sie kennen vielleicht die Vorwürfe, dass mit Blutspenden viel Geld verdienst wird?

Lein: ...und die Spender mit einem Essen abgespeist werden. Diese Kritik ist mir bekannt. Aber ich verschwende da keinen weiteren Gedanken dran. Denn die Arbeit des DRK muss eben auch finanziert werden. Und da fällt vieles an.

Auf wie viel Liter kommen Sie schon?

Lein: Das lässt sich angesichts von 500 Millilitern bei jeder Spende leicht ausrechnen. Es sind bis heute 75 Liter.

Text- und Bildquelle: Alsfelder Allgemeine

Ergänzung

Blutspenden finden im Gebiet des DRK-Kreisverband Alsfed e.V. rund 50 mal pro Jahr statt, dabei begrüßt des Rote Kreuz rund 4.000 Spender. Mit den Blutspenden wird Menschen geholfen, die nach Unfällen Blut brauchen oder durch Krankheiten auf Blutspenen angewiessen sind. "Wir wünschen uns mehr Menschen die so wie Hubert Lein regelmäßig Blutspenden", so Bovensmann abschliesend.

15. März 2017 22:31 Uhr. Alter: 2 Jahre